Sonderkonstruktionen

Schirmkonstruktionen

Geplant und errichtet wurde eine Schirmanlage mit Dachmembran, die sich auf Knopfdruck vollautomatisch öffnet oder schließt. In geschlossenem Zustand bildet die Membran ein wind- und regendichtes Dach. In einer nach oben gestellten Variante (Lotusstellung) dient sie als Sonnenschutz und fördert kühlenden Luftaustausch. Windsensoren überwachen die Anlage. Wird das Atrium mit einem Durchmesser vom 24 m komplett geöffnet, faltet sich die 40 t schwere Konstruktion zusammen und wird innerhalb von sechs Minuten in einem 19 m tiefen Schacht versenkt. 

 

In ebenso kurzer Zeit kann die Dachmembran auch wieder in ihre ursprüngliche Lage gebracht werden. Als Membran kommt ein PVC-beschichtetes Polyestergewebe zum Einsatz. Bewegt wird die Schirmkonstruktion von zwei Seilwindenantrieben. Ein Antrieb dient dem Ein- und Ausfahren des Hubmastes, der zweite Antrieb bewegt den Faltmechanismus.

Flexible Dachkonstruktionen

Waagner-Biro hat bereits mehrere bewegliche – „wandelbare“ – Dachkonstruktionen ausgeführt.

 Eine außergewöhnliche Lösung wurde in einer stillgelegten Gießhalle mit vorhandener Tribüne ausgeführt. Das Dach kann in verschiedene Positionen gefahren werden:

 

  • Bei schönem Wetter als raumbildendes Element am Kragarm in der Position „Foyer“.
  • Als Witterungsschutz für die Zuschauer in der Position „Tribüne“.
  • Im Winter wird das Dach in der Halle geparkt („Winterposition“). Dadurch wird die Konstruktion nicht von Schneelasten und Winterstürmen belastet.

Aus der Gießhalle schwingen sich parallel zu den Seitenwänden in einer Höhe von etwa 15 m zwei Wellenträger heraus. Auf dem Wellenträger verfährt ein Dach, das aus neun Einzelsegmenten von je 3,2 m Länge besteht. Jedes dieser Einzelelemente besteht aus einem Stahlrahmen, der von einem pneumatischen stabilisierten Membrankissen ausgefüllt ist. Zusammen bilden sie den ca. 29 m langen Kissenwagen, der das eigentliche Dach darstellt. Der Kissenwagen passt sich der Wellenform des Trägers an. Der Innendruck der Kissen wird durch ein Gebläse aufrecht erhalten. Alle Fahrvorgänge werden von einer Steuerungseinheit ausgeführt und überwacht.

Neigbare Laufbahnen

WARUM HÖHENVERSTELLBARE LAUFBAHNKURVEN?

Die Notwendigkeit für eine topographische Überhöhung der Laufbahnkurven resultiert daraus, dass bei den in Sporthallen zur Verfügung stehenden Kurvenradien (zwischen 11 und 21 m) die im Sprintbereich erzielbaren Laufgeschwindigkeiten nur durch eine zusätzlich zur Körperquerneigung des Läufers vorhandene Laufbahnneigung erreicht werden können.

 

Unter Berücksichtigung der Normen und Standards des Internationalen Leichtathletik-Verbandes wurde eine ideale Kurvenneigung bestimmt, die in erster Linie von der Geschwindigkeit der Athleten und dem Radius der Laufbahnkurven abhängig ist. So wird der für die Athleten günstigste Winkel an jedem Punkt der Bahn garantiert. Da sich fest eingebaute oder konventionell auflegbare 200-m-Rundlaufbahnen infolge erheblicher Kosten als äußerst unwirtschaftlich erwiesen haben, wurde eine Rundlaufbahn mit mechanisch verstellbaren Laufbahnkurven entwickelt.

 

Die Anlage kann allein durch den Hallenwart in weniger als zwei Minuten umgerüstet werden, wodurch die Verfügbarkeit der Mehrzwecksporthallen nahezu uneingeschränkt ist und die Personal- und Betriebskosten auf ein Minimum beschränkt werden.