Das neue Musiktheater in Linz - ein technisches Wunderwerk

10.04.2013
Das neue Musiktheater in Linz (Copyright: Sigrid Rauchdobler)

Am Donnerstag, den 11. April ist es soweit: Die Drehbühne im neuen Musiktheater wird zum ersten Mal unter Beweis stellen, was die Bretter dieser Welt bedeuten. Realisiert wurde dieses mechanische Chef d’Oeuvre vom österreichischen Stahlbauunternehmen Waagner-Biro. „Unsere Abteilung Bühnentechnik hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie die schwierigsten technischen Aufgaben plangemäß umsetzen kann“, zeigt sich Vorstand Rudolf Estermann über die Leistungen des Unternehmens erfreut. Ziel des Managements des Theaters war, einerseits eine Vielfalt an Inszenierungsmöglichkeiten anbieten zu können, und andererseits größtmögliche betriebswirtschaftliche Effizienz zu erzielen. Dies wird durch ein automatisiertes Bühnensystem gewährleistet, mit dem große Kulissen nicht durch Menschenhand bewegt, sondern durch Maschinen verschoben werden können.

Das weltweite Novum der Bühne im Musiktheater Linz besteht in der Kombination zweier technischer Anwendungsmöglichkeiten: Die Drehscheibe mit einem Durchmesser von 32 Metern erlaubt es, im Zusammenhang mit dem Bühnenwagensystem, künftig vollständige Dekorationen aus der Montagehalle und der Hinterbühne nach vorne auf die Hauptspielfläche zu holen. Außerdem erschließt sie die rechts gelegene Seitenbühne und den zur linken Hand angeordneten großen Opernprobesaal. Die Bühnentechnik in Linz zählt weltweit zu den technisch komplexesten Konstruktionen.

Das durchdachte Bühnensystem von Waagner-Biro ermöglicht für Proben und Aufführungen im Linzer Musiktheater völlig neue künstlerische Arbeitsmöglichkeiten. So können mehrere Produktionen gleichzeitig über mehrere Wochen und Monate vollständig aufgebaut bleiben und bei Bedarf mittels Bühnenwägen über die Transportdrehbühne in den Spiel oder Probenbereich geschoben werden. Das tägliche, personalintensive Auf- und Abbauen sowie Ein- und Auslagern von Bühnenbildern gehört damit im Repertoirebetrieb des Linzer Musiktheaters der Vergangenheit an.